Schimpanse Menschenaffe Tierrechte

Tierrechte

Start        Tierrechte        Themen        Politik        Archiv        Redaktion

Die Tierschutzpartei und tierrechte-tv

 - ein Interview mit Herbert Becker , Berlin-Wilmersdorf

Herbert Becker Tierschutz Tierrechte  Berlin

               

             Das folgende Interview wurde in der Zeitschrift der Tierschutzpartei “Zeitenwende”                                                 (Nr. 22, April - Juni 2006) veröffentlicht:

                           Herbert Becker , 66 Jahre, war von 1998 bis 2000 Vorsitzender des
           Landesverbandes Berlin. Er ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.
                            Sein Motto ist: Die Tiere den Menschen näher bringen.

 

Zeitenwende : Wie haben Sie von der Tierschutzpartei erfahren? Seit wann sind Sie Mitglied und was hat Sie bewogen beizutreten?

H. Becker : Von der Tierschutzpartei hatte ich durch Tierschützer erfahren, die bereits Mitglied dieser Partei waren. Im Mai 1998 trat ich dann der Partei bei. Entscheidend war dabei für mich das beeindruckende und mit keiner anderen Partei vergleichbare Programm. Eine Tierschützerin, die ich von den Tierversuchsgegnern her kannte, sagte damals, “bei diesem Programm geht einem das Herz auf!” Ich konnte dem nur zustimmen und engagierte mich in dieser Partei.

Zeitenwende : Aus gesundheitlichen Gründen mussten Sie auf eine erneute Kandidatur für das Amt des 1. Vorsitzenden verzichten. Auf welche Art begleiten Sie heute die Parteiaktivitäten?

H. Becker : Der Aufbau und die Führung des Landesverbandes einer kleinen Partei, die sich gegen die etablierten Parteien durchsetzen muss, erfordert, wie ich besonders bei Wahlen erlebte, einen Einsatz, den ich auf Dauer gesundheitlich nicht durchhalten konnte. Deshalb musste ich auf eine erneute Kandidatur für den Landesvorsitz verzichten. Das bedeutete für mich jedoch keinen völligen Rückzug, sondern eine Verlagerung meiner Aktivitäten. Da ich seit vielen Jahren der Tierschutzbewegung verbunden bin, versuchte ich dort auch weiterhin, Tierschützer von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich politisch in der Tierschutzpartei zu betätigen. Ich habe mich dann nach Kräften bemüht, durch Fernseh- sendungen und Internetseiten der “tierrechte-tv” - eine von mir gegründete Tierrechte-Initiative - die Tierschutzpartei bekannt zu machen.

Zeitenwende : Sie haben sogar Tierrechtefernsehen gemacht?

H. Becker : Ja, denn ich halte es für unbedingt notwendig, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was “Tierrechte” eigentlich bedeuten und wie wichtig sie sind, um Tiere vor Qual und hemmungsloser Ausbeutung wirksam zu schützen. Im Rahmen von “tierrechte-tv” hatte ich dazu mit mehreren Tierrechtlern Sendungen im Offenen Kanal Berlin (OKB) produziert, die dann über diesen Sender ausgestrahlt wurden. Leider haben sich für uns inzwischen die Produktionsbedingungen beim OKB drastisch verschlechtert. Für den nunmehr erforderlichen technischen Aufwand fehlen uns leider Mitarbeiter, die nicht nur Idealismus mitbringen, sondern auch - was besonders bei Live-Sendungen entscheidend ist - unbedingt zuverlässig sein müssen. Davon abgesehen, sind wir nach wie vor im Internet unter www.tierrechte-tv.de präsent.

Zeitenwende : Können Sie sich vorstellen, dieses TV-Projekt wieder aufleben zu lassen?

H. Becker : Das positive Echo auf unsere Sendungen und die weiter ansteigenden Zahlen in der Webstatistik unserer Internetseiten zeigen ein erhebliches, für mich persönlich sogar ein unerwartet großes Interesse an unseren Themen. Jedenfalls fühle ich mich dadurch weiter ermutigt, der Öffentlichkeit das Thema “Tierrechte” nahe zu bringen. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, wenn die personellen und technischen Möglichkeiten dazu bestehen, dieses TV-Projekt aufleben zu lassen.

Zeitenwende : Welchen weiteren Tierschutz- / Tierrechtsorganisationen stehen Sie nahe?

H. Becker : Als Beispiele möchte ich hier nennen den Berliner Tierschutzverein und den Vegetarier-Bund Deutschlands, wo ich seit 1966* bzw. 1974 Mitglied bin. Auch der Bund gegen den Missbrauch der Tiere und Pro Animale für Tiere in Not stehen mir nahe. Ich halte solche Mitgliedschaften für wichtig, weil die Tierschutzpartei für die politische Durchsetzung des Tierschutzes zwar unentbehrlich ist, jedoch reicht die Partei allein nicht aus, denn das Tierelend ist derart groß, das Hilfe auf allen Ebenen notwendig ist.

Zeitenwende : Ihre Ernährungsgewohnheiten haben Sie nach und nach Ihrer Überzeugung angepasst: erst vegetarisch, dann vegan. Was sagte dazu Ihre Familie?

H. Becker : Ich habe das Glück, dass sowohl meine Frau wie auch meine Tochter als überzeugte Tierrechtlerinnen seit 1997 vegan leben. Hinzu kommt, dass meine Frau nicht nur meine Aktivitäten bejaht, sondern diese auch unterstützt, indem sie zum Beispiel für das erwähnte Tierrechte-Projekt unter www.vegan-backen.tierrechte-tv.de Seiten veröffentlicht, die laut Webstatistik erfreulichen Zuspruch erhalten. Übrigens, diese Seiten stehen unter dem Motto “Besser vegan leben als über Tierelend nur klagen!”

Zeitenwende : Die Tierschutzpartei besitzt den Luxus, für Menschen mit unterschied- lichsten Hintergründen interessant zu sein. Sie vereinigt Personen aus einem großen Spektrum der Tierschutz- / Tierrechtsarbeit. Dementsprechend breit gefächert sind auch die Erwartungen. Wie könnte, Ihrer Meinung nach, die Partei diesen Herausforderungen begegnen?

 H. Becker : Trotz unterschiedlichster Hintergründe sind wohl fast alle von uns der Tierschutzpartei beigetreten, um gegen das himmelschreiende Unrecht, das den Tieren angetan wird, auf politischer Ebene anzukämpfen. Auf dieses gemeinsame Ziel müssen wir uns immer wieder besinnen, damit die Partei zu einer inneren Geschlossenheit kommt, ohne die sie erfolglos bliebe. Hierbei dürfte es meiner Meinung nach sinnvoll sein, dass die Partei sich zunächst auf Tiertransporte, Massentierhaltung und andere wichtige Tierschutzthemen konzentriert, die auf das Verständnis vieler Wähler stoßen. Dennoch darf die Tierschutzpartei ihre Grundsätze nicht einem schrankenlosen Opportunismus opfern, sie würde sonst beliebig und damit ersetzbar werden. Natürlich gibt es in der Partei umstrittene Themen, die Kompromisse erfordern. Ohne Kompromisse, ohne Augenmaß für das Mögliche wird die Partei künftigen Herausforderungen nicht begegnen können. Die entscheidende Frage ist dabei, ob und inwieweit diese Kompromisse den Tierschutz wirklich voranbringen.

Zeitenwende : Vielen Dank für das Gespräch.
 

Das Interview führte Mari Herbold (> www.tierschutzpartei.de)

                                                              Weiteres > Tierschutzpartei
                                                                             >  Schopenhauer / Buddhismus
                                                                             >  Persönliches
                                                                             >  Facebook: Herbert Becker

> Die Tierschutzpartei 2015
  (Vorwort von Herbert Becker im MUT-Magazin 2/2015, S.4)
> Die Tierschutzpartei in Berlin (Stand: 06.02.2016)
  

Anmerkung zu H. Becker
1986 Goldene Mitgliedsnadel für “aktive Mitarbeit” und 20-jährige “verdienstvolle” Mitgliedschaft
         im  “Bund gegen Missbrauch der Tiere” (gemeinnütziger Tierschutzverein);
2009 Ehrennadel des Berliner Tierschutzvereins im Deutschen Tierschutzbund  “für mehr als 40-jährige
         engagierte Mitgliedschaft”. ( > Herbert Becker ). 
2015 Vorstandsmitglied im LV Berlin der Tierschutzpartei , dort auch
       Leiter des Landesarbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit - Tierrechte.                                            

becker

s.hell

tierrechte-tv.de

 hb

Start        Tierrechte        Themen        Politik        Archiv        Redaktion