Die obigen Zahlen zeigen eindeutig, dass die Tierschutzpartei bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen erheblich höhere Stimmenanteile erzielen konnte als zu den zum gleichen Zeitpunkt abgehaltenen Wahlen für das Abgeordnetenhaus. Daher kann es für die Tierschutzpartei durchaus sinnvoll sein, die gesamte Kraft des Landesverbandes Berlin auf einzelne aussichtsreiche Bezirke zu konzentrieren, um dort für die Bezirksverordnetenversammlung zu kandidieren. Dennoch bleibt die 3%-Sperrklausel ein schwer zu überwindendes Hindernis.** Für die Tierschutzpartei insgesamt wäre zu überlegen, ob es nicht zweck- mäßiger sein könnte, die Kraft des Berliner Landesverbandes zur Unterstützung des benachbarten Landesverbandes Brandenburg voll einzusetzen. Das kommunale Wahlrecht in Brandenburg bietet, wie zum > Landesverband Brandenburg bereits begründet, günstige Bedingungen für die Tierschutzpartei in den Städten (z. B. Potsdam) und anderen Gemeinden des Berliner Umlandes. Allerdings setzt das etwas voraus, das in der Tierschutzpartei nicht immer deutlich wird, nämlich wahlstrategisches Denken! ---------------------- * Der Stimmenrückgang zwischen 1999 und 2006 ist vermutlich dadurch zu erklären, dass der Berliner Landesverband längere Zeit ohne eigenen Vorstand war. Durch die danach erfolgte Vorstandswahl wurde der Vorstand erheblich verjüngt, dessen positive Folgen sich aber erst nach einiger Zeit auswirken können. ** Der > Verfasser (H.B.) hatte als damaliger Vorsitzender des Berliner Landesverbandes für die Mitglieder eine ausführliche Analyse der Wahlen 1999 erstellt. Aus dieser Analyse ging klar hervor, dass die Tierschutzpartei überdurchschnittlich gute Wahlergebnisse vor allem in den dicht bewohnten östlichen und den sozial schwächeren westlichen Bezirken erzielen konnte. Die Ergebnisse in den südwestlichen, sozial gehobenen Stadtteilen hingegen waren eher enttäuschend. Hieraus folgt die Erkenntnis, dass die Tierschutzpartei nur dann befriedigende Wahlresultate erreichen kann, wenn sie ihr Programm volksnah, leicht verständlich und überzeugend nahe bringt, also nicht den Eindruck einer intellektuellen “Spinner”-Partei erweckt. H.B. Weiteres zur Entwicklung der > Tierschutzpartei in Berlin > Tierschutzpartei (Überblick / Links) |