Tierethik und Tierrechte sind nicht das Gleiche. Jedoch besteht zwischen ihnen ein enger Zusammenhang: Tierrechte werden zumeist, und wohl auch am überzeugend- sten, ethisch begründet. Tierethik bleibt aber in der Praxis unvollkommen und wenig wirksam, solange Tierrechte von der Rechtsordnung nicht anerkannt sind. Tierrechte und Tierethik sind sehr problematische Themen, die dementsprechend viele Fragen aufwerfen. tierrechte-tv begrüßt es deshalb, dass kürzlich ein > Tierethik - Blog eingerichtet wurde, der die Möglichkeit bietet, über aktuelle, insbesondere kontroverse Fragen zur Tierethik und zu Tierrechten zu diskutieren. Bisher wurden dort folgende Themen erörtert: > Tierethik - was ist das? > Tierversuche und Tierethik > Veganismus und Tierethik > Tierschutzpartei : Tierethik und Politik > Albert Schweitzer über Tierethik > Karlheinz Deschner : Tierfreunde > Tierschutzpartei : Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011 > Tierschutzpartei bei Berlin - Wahl 2011 erfolgreich > Tierethik und Religion : Ahimsa und Jainismus > Tierethik und Philosophie : Arthur Schopenhauer > Intelligenz der Tiere und Tierethik > Tierrechte für “Supertiere“? (Anmerkung zu einer ZDF-Sendung) > Tierschutzrecht der EU aufgeweicht! > Schächten : Religionsfreiheit statt Tierschutz > Ethik und das Recht des Stärkeren > Arthur Schopenhauer : Mitleid und Charakter > Tierschutzpartei - neue Kurzbezeichnung! Im o.a. Blog wird darauf hingewiesen, dass die Philosophen zu Fragen der Ethik sehr unterschiedliche Antworten geben. Das gilt vor allem für die Tierethik. tierrechte-tv hat dazu auf sehr verständliche, lockere Weise im Rahmen einer fiktiven Talkshow der großen Denker beispielhaft einige Philosophen vorgestellt, und zwar > Aristoteles > Bentham > Descartes > Voltaire > Kant > Schopenhauer Durch Vergleich mit anderen “großen Denkern“ wird deutlich, wie sehr Arthur Schopenhauer der Tierethik nahesteht. So enthält seine Philosophie mit ihrer Mitleidsethik wohl einer der tiefsten und umfassendsten Begründungen der Tierethik. Mitleid ist laut Schopenhauer die einzige nicht egoistische, auch die alleinige echt moralische Triebfeder und damit die wahre Grundlage der Moral. Hierbei bezog Schopenhauer in seine Mitleidsethik ausdrücklich die Tiere mit ein: Die von mir aufgestellte moralische Triebfeder bewährt sich als die echte ferner dadurch, daß sie auch die Tiere in ihren Schutz nimmt, für welche in den andern Europäischen Moralsystemen, so unverantwortlich schlecht gesorgt ist. Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, daß unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei, oder, wie es in der Sprache jener Moral heißt, daß es gegen Tiere keine Pflichten gebe, ist geradezu eine empörende Rohheit und Barbarei des Occidents (Abendlands). Obiges Schopenhauer-Zitat ist aus seiner Preisschrift über die Grundlage der Moral * Dort kritisiert Schopenhauer nicht nur das Fundament von Kants Ethik, sondern er gibt - wesentlich über Kant hinausgehend - der Ethik eine metaphysische Grundlage, die in der westlichen Philosophie wahrscheinlich einmalig ist. * > Arthur Schopenhauer : Die beiden Grundprobleme der Ethik (Inhaltsübersicht) > Karlheinz Deschner , Arthur Schopenhauer und die Tierethik > Arthur Schopenhauer über Tiere in Religion und Philosophie > Arthur - Schopenhauer - Studienkreis Weiteres s. Herbert Becker , Tierethik und Mitleid . ( Zur Tier - und Mitleidsethik von Karlheinz Deschner und Arthur Schopenhauer ). In: Aufklärung und Kritik. Zeitschrift für freies Denken und humanistische Philosophie . Hrsg. v d. Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg. 18. Jg., 4/2011, S. 226. |